Erörterung

Gespeichert unter by admin

VN:F [1.9.14_1148]
Bewerte diesen Beitrag
Rating: 5.0/5 (1 vote cast)

Die Textgebundene Erörterung

Bei einer textgebundenen Erörterung setzt sich der Autor anhand eines vorliegenden Textes mit einem bestimmten Gegenstand auseinander. Dabei wird die Thematik vor allem anhand der Argumentation des ursprünglichen Verfassers hergeleitet und erörtert, damit nachfolgend eine persönliche Stellungnahme herausgearbeitet und formuliert werden kann. Die textgebundene Erörterung genügt einer strukturierten Gliederung, bestehend aus Einleitung, Hauptteil und Schluss.

Fundierte Vorbereitung erleichtert die Erörterung

Um beim Schreiben der Erörterung einen guten Schreibfluss zu erleichtern, ist es vorteilhaft, sich zunächst tiefgreifend mit dem betreffenden Text auseinander zu setzen. Beim mehrmaligen Durcharbeiten des Dokumentes sollten bereits Notizen oder Randbemerkungen angefertigt werden, die die spätere Auseinanderlegung erleichtern. Mit unterschiedlichen Farben können die Hauptthesen, verschiedene Argumente oder Zusammenhänge im Text oder am Rand bereits gekennzeichnet und herausgearbeitet werden. Parallel dazu sollte in ersten Überlegungen überprüft werden, ob die aufgeworfenen zentralen Begrifflichkeiten des Textes nachvollziehbar sind. Im Vergleich mit eigenen Begriffsdefinitionen können unter Umständen bereits Argumentationslücken oder unlogische Herleitungen festgestellt werden. Unter Einbeziehung des eigenen Erfahrungshorizontes und des verfügbaren Wissens sollten auch unklare Formulierungen oder Begrifflichkeiten markiert und spontane Eingebungen sowie kritische Impulse für die spätere Analyse unmittelbar schriftlich fixiert werden. Dazu gehören Anmerkungen zum Aussagegehalt des Textes (sachliche Richtigkeit, Informationsgehalt), der Einschätzung der Behauptungen (objektiv, sachlich) und zur Textstruktur (Textart, Gliederung).
Zur besseren Übersichtlichkeit bietet sich abschließend die Anfertigung einer Kurzfassung des Textes mit einer persönlichen Einschätzung an.

Einleitung Textgebundene Erörterung

Mit der Einleitung werden die grundlegenden Formalitäten des Textes erfasst und das Thema eingegrenzt. Das umfasst die Nennung von Autor, Titel, Datum der Veröffentlichung und Textsorte sowie bestimmter Eigenheiten der Schrift. In diesem Abschnitt werden die aufgeworfenen Fragen des Autors deutlich beschrieben. Es bietet sich an, das Aufsatzthema an eine aktuelle Thematik zu knüpfen und weitere daraus resultierende Fragen zu kennzeichnen, was die folgende Analyse erleichtert.

Hauptteil Textgebundene Erörterung

Im folgenden Hauptteil soll die Argumentationsstruktur inhaltlich dargestellt werden. Hier besteht die Gefahr, sich auf eine reine Wiedergabe des Textes zu beschränken. Bei der logischen Erörterung müssen jedoch die Zusammenhänge zwischen den wichtigsten Behauptungen, den Hauptargumenten und den genannten Beispielen dargelegt werden. Um sich nicht in dieser Aufgabe zu verlieren, sollten neben den Thesen zunächst die Argumentationsarten (Logik, Autorität, Fakten, Empirik, Hypothese
herauskristallisiert werden. Dies ermöglicht dem Leser, Schlüsse hinsichtlich der Glaubwürdigkeit der vorgelegten Argumente zu ziehen. Die Argumente können dann in ihrer Eigenschaft eingeordnet werden, d.h. ob sie eine Darlegung für (pro) oder gegen (contra) die These sind. Wie ist die Argumentation logisch aufgebaut, erfolgt die Beweisführung im Block oder in Form einer fortlaufenden Gegenüberstellung der Argumente? Auch die Sprache sollte hinsichtlich Syntax, rhetorischer Mittel und dem Wortrepertoire analysiert werden. Es sollte ebenfalls dargelegt werden, an wen sich der Text mit welcher Intention richtet.

Bei der Erörterung sollte auf eine sachliche und distanzierte Haltung gegenüber dem vorliegenden Text geachtet werden. Auch wenn die vorliegende Meinung unter Umständen nicht der eigenen entspricht, darf die Analyse nicht von einer Wertung geprägt werden – diese gehört in den Schlussteil der textgebundenen Erörterung. Alle genannten Aspekte sollten unbedingt mit den entsprechenden Textpassagen untersetzt und zitiert werden.

Die kritische Auseinandersetzung Textgebundene Erörterung

Nach der Analyse erfolgt die kritische Bewertung und Beurteilung der Problematik. Empfehlenswert ist der Grundsatz: Erst die Würdigung, dann die Kritik. Ist es dem Autor gelungen, dem Leser sein Anliegen zu verdeutlichen? Wird der Argumentation zugestimmt, kann dargelegt werden, was der Darlegung noch hinzugefügt werden könnte, wo es u.U. noch Differenzen gibt und vor allem – weshalb die Beweisführung überzeugend gewirkt hat. Im Falle der Ablehnung sollte dementsprechend beschrieben werden, wo der vorliegende Text logische Schwächen aufweist und welche Argumente entkräftet und damit widerlegt werden können. In Würdigung des Autors sollten Unterstellungen und Verallgemeinerungen vermieden werden.

In der Kritik sollte die eigene Position mit neuen Argumenten und Beweisen deutlich gemacht und darüber hinaus mögliche Lösungswege aufgezeigt werden, was die eigene Glaubwürdigkeit ungemein hebt. Der Aussageschwerpunkt des Textes muss dabei im Focus der eigenen Stellungnahme verbleiben. An dieser Stelle ist zu entscheiden, wie die eigene Argumentation aufgebaut
und mit geeigneten Beispielen untersetzt werden soll. Hierbei besteht entweder die Möglichkeit, den Standpunkt zu äußern und anschließend durch Erläuterungen zu verdeutlichen oder die Argumentation langsam von einzelnen Fakten hin zu einer komplexen These zu entwickeln. Ziel ist eine klare Aussage mit aktuellem Bezug ohne sich in Einzelheiten oder Behauptungen zu verlieren.

VN:F [1.9.14_1148]
Bewerte diesen Beitrag
Rating: 5.0/5 (1 vote cast)
Erörterung, 5.0 out of 5 based on 1 rating
Diesen Beitrag ausdrucken Diesen Beitrag ausdrucken

Hinterlasse ein Kommentar