Der erste Schritt einer erfolgreichen
Gedichtanalyse ist das Lesen des Textes und das schriftliche Festhalten des ersten persönlichen Eindrucks vom Gedicht. Denn die hier gewonnenen Kernthesen und Assoziationen, sowie die bemerkten Auffälligkeiten bilden den Grundstein der
Gedichtanalyse. Hierbei ist es unerheblich ob der eigene persönliche Eindruck den abschließenden Ergebnissen entspricht, denn dieser kann in Folge der
Gedichtanalyse bestätigt, geändert oder komplett verworfen werden.
Der eigentliche Hauptteil der
Gedichtanalyse, der mit der Darstellung der Situation, sowie Anführung zentraler Themen bzw. Schlüsselworte beginnt und gefolgt wird vom ausgiebigen Untersuchen des äußeren und inneren Aufbaus des Textes ist die Analyse mit anschließender Deutung. Hierbei ist es wichtig auf zentrale Komponenten wie Strophenanzahl und -form, Metrum, Rhythmus, Klangfarben, Reimschemata, Syntax und andere Besonderheiten einzugehen. Neben den formalen Auffälligkeiten muss die
Gedichtanalyse auch die logischen und inhaltlichen Zusammenhänge und Strukturen der einzelnen Sinnabschnitte aufzeigen. Nachdem der lyrische Sprecher in seiner Form und Redesituation analysiert wurde, kann der Verfasser andere rhetorische Figuren, sowie erste mögliche Wirkabsichten des Textes näher beschreiben.
Hilfreich kann es auch sein den Text in einen historischen bzw. kulturellen Kontext zu setzen um Intentionen des Sprechers zu erahnen. Zusätzlich ist es von Vorteil biografische Gegebenheiten des Autors oder andere von ihm verfasste Werke zu kennen, denn auch hier ist ein Bezug zur Gedichtanalyse denkbar.
Kai
Vielen Dank
#1 Kommentar vom 07. Januar 2012 um 18:00