Der Besuch der alten Dame Inhaltsangabe Zusammenfassung
Erster Akt
„Der Besuch der alten Dame“ findet in einer fiktiven Stadt mit dem sprechenden Namen „Güllen“ statt die irgendwo in der Schweiz liegt, allerdings auch überall anders liegen könnte. Güllen ist eine sehr verarmte Stadt. Dies verdeutlichen die drei Männer die sich über vorbeifahrende Züge unterhalten und davon berichten wie die Wirtschaft Güllens in den letzten Jahren zusammenbrach. Weiterhin tritt ein Pfändungsbeamter auf der gleich die ganze Stadt pfänden will um die Schulden auszugleichen.
Die Bürger Güllens erwarten hohen Besuch – den Besuch von Claire Zachanassian. Eine gebürtige Güllenerin die Milliardärin geworden ist. Dazu treffen sich Bürgermeister, Pfarrer, Lehrer und der Protagonist Ill am Bahnhof und bereiten den Empfang vor. Der Bürgermeister fragt dazu Ill aus um positive Charakterzüge für seine Rede zu erfahren. Der Plan der Güllener ist, dass Ill, welcher Claires ehemaliger Liebhaber ist, Geld für Güllen organisiert um die Wirtschaft wiederzubeleben.
Plötzlich hält der Rasende Roland in Güllen und die Milliardärin, die die Notbremse gezogen hat, steigt mit ihrem Gefolge aus und es zeigt sich sofort ihr Einfluss als der Zugbeamte schlussendlich akzeptiert, dass sie die Notbremse zog und sogar anbietet mit dem Zug zu warten.
Die Güllener sind überrascht von dem verfrühten Eintreffen der Zachanassian und deren Begrüßung scheitert komplett. Der Bürgermeister hat Rock und Zylinder nicht zu Hand und wird in seiner Rede von einem vorbeifahrenden Zug gestört, das Plakat ist nicht fertiggestellt und auch der Chor wird von einem Zug übertönt. Claire demütigt allerdings die Güllener darüber keineswegs.
Ill versucht die Situation zu retten und begrüßt die Milliardärin und die beiden unterhalten sich über die Spitznamen die sie sich gaben. Anschließend macht Claire einige Andeutungen auf das Ende. So hat sie einen Sarg dabei und rät dem Polizist beide Augen zu schließen und fragt den Arzt beispielsweise ob er die Todesscheine ausstellt. Sie wirkt sehr makaber.
Das alte Paar, Claire und Ill, gehen anschließend in den Konradsweilerwald (deren alte Liebesstätte) wo Ill so erschrocken von der Tatsache ist, das Claire nur aus Prothesen besteht, dass sogar er sein Schauspiel aufgeben muss und vor ihrer merkwürdigen Art zurück schreckt.
Wieder in Güllen wird die Begrüßungsfeier fortgesetzt nach welcher Claire der Stadt Güllen eine Milliarde anbietet unter der Bedingung Gerechtigkeit zu erhalten. Gerechtigkeit definiert sie allerdings als den Tod Ills, der sie damals betrogen hat und an dem sie nun Rache nehmen lässt. Diese Geschichte wird auch der gesamten güllener Bevölkerung mitgeteilt indem der Oberrichter, welcher nun Claires Butler ist, die Geschichte nacherzählt mit den beiden falschen Zeugen Koby und Loby die auch zu Claires Gefolge gehören.
Die Güllener sind erschrocken von dieser radikalen Forderung der Zachanassian und weisen das Angebot „im Namen der Menschlichkeit“ zurück, worauf Claire nur mit einem simplen „Ich warte“ antwortet.
Zweiter Akt
Der zweite Akt beginnt damit, dass die Bürger Güllens die seinen Laden besuchen sich immer teurere Sachen leisten und alles in Ills Laden auf Rechnung schreiben lassen. Ill erkennt, dass die Güllener bald gezwungen sein werden das Angebot der Claire Zachanassian anzunehmen und bekommt zunehmend Angst. Dies mindert auch nicht die Tatsache, dass auch seine eigene Familie sich neue Sachen leistet (neues Auto,…).
Nun bricht überraschend der schwarze Panther aus, den die Multimillionärin mitgebracht hat und die Bevölkerung bewaffnet sich um das Tier zu jagen. Zeitgleich begibt sich der Protagonist zum Polizisten wo er die Verhaftung Claires wegen Anstiftung zum Mord verlangt. Der Polizist weist das Angebot allerdings ab und versucht dahingehend zu argumentieren, dass das Angebot der Claire keinesfalls ernst gemeint sein könnte. Tatsächlich besitzt er allerdings auch schon einen Goldzahn und plant schon mit der Ermordung Ills.
Der erfolglose Protagonist geht anschließend zum Bürgermeister und er verlangt auch dort den Schutz der Behörde. Der Bürgermeister der eine neue Krawatte und neue Schuhe trägt sowie eine teure Zigarre raucht entgegnet Ill dass er keinen Schutz bekäme und dass das Güllener Volk immer noch hinter ihm stände. Darüber hinaus spricht er allerdings auch davon, dass er seine Taten verurteilt und dass er als zukünftiger Bürgermeister für Güllen nicht mehr tragbar wäre.
Nachdem Ill weder beim Polizist noch beim Bürgermeiste Unterstützung gefunden hat begibt er sich in die Kirche wo er mit dem Pfarrer spricht. Auch dieser versucht Ill abzulenken und gibt ihm die Schuld an seinem Zustand und behauptet zunächst dass die Bevölkerung stets hinter ihm stände. Als allerdings die Kirchglocke tönt und Ill hört dass sie neu ist und den Pfarrer fragt wie er sich das leisten könne gibt dieser zu, dass Ill sich in Gefahr befindet und will ihn zur Flucht bewegen.
Nun endet zunächst die Jagd auf Ill und auf den schwarzen Panther. Es fallen Schüsse bei denen der Leser zunächst vermutet, dass Ill erschossen wurde. Allerdings traf es den Panther der nun Tod vor Ills Laden liegt und für den die Güllener einen Trauerzug veranstalten.
Ill begibt sich währenddessen zu Claire und er fordert sie auf ihr Verhalten als einen grausamen Spaß zu entlarven was Claire allerdings unbeeindruckt ignoriert.
Der Protagonist sieht nun auch die Flucht als einzigen Ausweg und begibt sich zum Bahnhof wo er in den nächsten Zug steigen will um fort zu fahren. Am Bahnhof trifft Ill allerdings auf die gesamte Güllener Bevölkerung die ihn alle ermutigen in den Zug zu steigen. Der verstörte Ill steigt allerdings nicht in den Zug ein, da er überzeugt ist, dass wenn er es versuche ihn irgendjemand aufhalten und umbringen würde. Als der Zug abgefahren ist äußert Ill noch „Ich bin verloren!“ bevor der Vorhang sich erneut schließt.
Dritter Akt
Der dritte Akt beginnt in der Peterschen Scheune, einem weiteren ehemaligen Liebesort von Ill und Claire, in der die Zachanassian im Kleid nach der Hochzeit mit ihrem 8. Gatten sitzt. Dort besuchen sie der Lehrer und der Arzt die ihr eine Alternativlösung vorschlagen. Sie solle nur die Güllener Wirtschaft aufkaufen und auf den Tod Ills verzichten, dann würde sie ihr Geld auch wieder zurück erhalten. Claire offenbart nun, dass sie den Tod Ills seit langem geplant hat und dass sie Schuld hat an dem verarmten Güllen indem sie die Firmen aufgekauft und geschlossen hat. Vor allem deshalb lehnt sie den Vorschlag ab.
In der nächsten Szene treffen die sogenannten „Lästigen“ in Güllen ein, die Presse. Ill wird deshalb bewacht um der Presse nichts von den mörderischen Plänen der Bevölkerung zu erzählen. Der Lehrer, welcher erschreckt ist von Claires makaberen Plan, trinkt viel und will in seinem Rausch der Presse die Wahrheit erzählen wird aber von den Güllenern und sogar von Ill selbst aufgehalten. Ill hat eine Wandlung vollzogen und erkennt nun seine Schuld an – er posiert sogar mit dem ihn bewachenden Metzger für die Presse.
In einem späteren Gespräch mit dem Bürgermeister fordert dieser den Protagonisten zum Selbstmord auf. Alfred Ill lehnt dies ab, sagt aber auch er werde das Urteil der Gemeindeversammlung annehmen zu der der Bürgermeister ihn eingeladen hat. Er ist auch damit einverstanden das vom Bürgermeister geplante Versteckspiel mit der Presse mitzuspielen.
Ill, der nun überzeugt von seinem baldigen Tod ist, verabschiedet sich im Anschluss auf einer Autofahrt von seiner Familie und im Konradsweilerwald in einen letzten Gespräch von Claire Zachanassian.
Im Anschluss kommt die Gemeindeversammlung die von der Presse mit moderiert wird. Der Bürgermeister erwähnt zunächst noch einmal das Angebot der Claire über eine Milliarde dem eine Rede des Lehrers folgt in der dieser fordert das Angebot der Multimillionärin anzunehmen, viel mehr das dies sogar eine Pflicht für die Güllener Bevölkerung sei. Dieser Rede wird aus dem Publikum durch Applaus bestätigt.
Nun fragt der Bürgermeister Ill ein letztes Mal, ob er die Entscheidung der Versammlung akzeptiert und Ill bestätigt dies. So kommt es zur Abstimmung in der die Güllener sich für das Angebot der Claire entscheiden und für den Tod Ills der daraufhin „Mein Gott“ ausruft.
Durch einen Fehler bei der Aufnahme der Presse muss allerdings die Abstimmung erneut aufgenommen werden, was dann auch passiert. Ill schreit bei dieser Aufnahme allerdings nicht erneut „Mein Gott“ was das Moderationsteam etwas enttäuscht.
Die Presse verlässt den Raum anschließend und wird abgelenkt während der Pfarrer dem gefassten Ill seinen letzten Wunsch nach einer Zigarre erfüllt bevor dieser von einem der Güllener, wer ist nicht genauer bekannt, ermordert wird.
Als die Presse die Geschichte des verstorbenen Ills mitbekommt diagnostiziert der Arzt einen „Herzschlag“ und der Bürgermeister spricht von „Tod aus Freude“ – eine Lüge die die Presse frisst.
Claire überweist anschließend auch die versprochene Milliarde und die Güllener stimmen in einem großen zweigeteilten Chor in ein Loblied ein wie gut es doch der Bevölkerung nun geht. Es wird ein „Welt-Happy-End“ eingesungen mit der Hoffnung der Bevölkerung dass diese glückliche Welt lang bestehen möge während im Hintergrund Claires Gefolge den Sarg des Verstorbenen davon tragen.